Desktop-PC bald tot – Was ist dran an den ganzen Meldungen?

Schon seit längerer Zeit kursieren Meldungen wie zum Beispiel diese hier, nach denen die Verkaufszahlen für konventionelle PCs immer weiter rückläufig sein sollen. Vor allem der Desktop-PC entwickelt sich (zumindest laut der Verkäufe) in Richtung eines Nischenproduktes. Doch sind die Zeiten für den Desktop tatsächlich vorbei?

Die Antwort auf diese Frage ist sicherlich nicht so einfach, wie sie auf den ersten Blick erscheint.

Zunächst einmal sieht sich die Geräteklasse Desktop-PC mit verschiedenen Entwicklungen konfrontiert – und zwar:

  • Einer Diversifizierung der möglichen User-Endgeräte.
  • Dem Trend in Richtung immer mehr Mobilität
  • Neuen Betriebs- und Bediensystemen die immer mehr in Richtung Touch und Gesten gehen.
  • Einem klaren Trend in Richtung elegantere Endgeräte bei denen Design-Aspekte immer wichtiger werden.

Alles in allem steuern all diese Punkte dazu bei, dass Desktop-PCs weniger verkauft werden als bisher. Doch warum diese Geräteklasse dennoch nicht „tot“ ist und auch mittelfristig nicht sterben wird, erläutern wir im Folgenden.

desktop pc

Diversifizierung von Endgeräten

Früher war der Desktop-PC im Großen und Ganzen die „Eierlegende Wollmilchsau“ und musste für alle IT-Erfordernisse herhalten. Es gab schlichtweg keine andere Form des Computers, wenn man von Spielekonsolen und sehr frühen Notebooks absieht. Somit war der Desktop schlichtweg alternativlos. Heute diversifizieren sich Endgeräte jedoch immer weiter, denn schließlich kann man viele Dinge die man am klassischen Desktop erledigen kann auch mit dem Smartphone, einem Tablet-PC, am Laptop, Smart-TV oder zukünftig sogar anderen neuartigen Endgeräten wie einer Smartwatch oder einer AR-Brille erledigen. Allein aufgrund dieser Produktvielfalt ist es schon logisch, dass der Desktop insgesamt weniger über die Ladentheken geht.

Typischer Fall: Aufrüstbarer Desktop bereits vorhanden

Ein weiterer Punkt der den schlechten Verkaufszahlen hinzuzurechnen ist, besteht darin, dass schon vor Beginn der Tablet-Ära viele User über einen Desktop-PC verfügten, dessen Leistungsreserven teils bis heute ausreichen. Beispielsweise braucht Windows 7 weniger Ressourcen als Vista und auch das noch relativ junge Windows 8(.1) ist nicht wirklich Hardware-hungriger geworden. Warum also den bestehenden Desktop-PC ersetzen? Selbst wenn es dann beim Spielen eng wird, tut es in vielen Fällen auch eine Aufrüstung. Alleine der Punkt der Aufrüstbarkeit sorgt schon dafür, dass ein Desktop-Rechner in der Regel nicht so oft neu-gekauft wird wie ein Gerät der Tablet-Klasse. Dennoch gibt es auch in diesem Bereich gewisse „Auslöser“ für verstärkte Neu-Käufe wie etwa (laut dieser Informationen) Das Support-Ende von Windows XP.

Vom Allrounder zum spezialisierten Endgerät

Nichtsdestotrotz verschwinden Desktop-Rechner nach und nach aus dem Fokus des gewöhnlichen Users. Zumindest das Laptop kann die meisten Dinge genauso oder fast so gut wie ein Desktop-PC. Dem entsprechend sind Desktops dabei ihre Rolle als Allrounder zu verlieren, was man alleine schon beim Betrachten aktueller Computer-Angebote feststellt. Ihren Einsatz finden Sie im Grunde noch in diesen drei konkreten Bereichen:

  1. Als High-End-Gerät bei zum Beispiel Hardcore-Spielern, Grafikern oder Programmierern.
  2. Als verhältnismäßig preisgünstiger bzw. Kosten-effizienter Rechner in Büros, wo ein fester Arbeitsplatz gegeben ist.
  3. Als „alter Rechner“, den man schlichtweg noch von früher hat…

Zumindest Punkt 1 und 2 haben noch eine mittelfristige Zukunft und werden dem entsprechend für weitere Käufe von Desktop-Rechnern sorgen. Nach wie vor ist es so, dass ein stationärer Rechner mit leistungsfähigerer Hardware ausgerüstet werden kann als es bei Notebooks oder gar Tabelts der Fall ist. Darüber hinaus ist schlichtweg mehr Platz im Gehäuse, der zum Beispiel dazu genutzt werden kann, mehrere und größere Festplatten oder auch zusätzliche sowie stärkere Grafikkarten einzubauen um damit ein Arbeiten an mehreren Bildschirmen zu gewährleisten. Man erkennt jedoch deutlich den Trend, dass sich das Konzept der heutigen Desktop-Rechner immer weniger an den Normaluser als an den Poweruser richtet.

Fazit

Desktop-Käufe gehen zurück und auch in Zukunft wird sich dieser Trend nicht wesentlich ändern. Allerdings behalten die stationären Rechner für spezielle Zwecke nach wie vor ihre Daseinsberechtigung und sind zudem am besten aufrüst- und erweiterbar.

Bildquellenangabe: Norbert Schollum  / pixelio.de

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